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Darf es einer mehr sein? - Mehrhundehaltung


„Havis machen süchtig“-diesen Satz wird fast jeder Besitzer eines Havanesers unterschreiben. Man erliegt schnell ihrem großartigen Wesen, dem liebevollen Blick durch die Knopfaugen und ihrer unendlichen Liebe. Ist man erst einmal der Besitzer eines Havanesers, kommt irgendwann unweigerlich der Gedanke nach einem weiteren kleinen Kubaner. Eine Entscheidung, die jedoch nicht vorschnell und unüberlegt getroffen werden sollte. Natürlich bringen zwei Hunde viele Vorteile mit sich, die Nachteile sollten dabei aber nicht unter den Tisch gekehrt werden, um Überraschungen zu vermeiden. Was sind also die Argumente für zwei Hunde, was spricht eventuell dagegen?

Im Folgenden soll versucht werden ein paar Aspekte des Für und Wider gegenüber zu stellen, um eine etwaige Grundlage für Überlegungen zu bilden. Fußen tun diese Argumente auf eigenen Erfahrungen und fassen Aspekte aus Unterhaltungen und Literatur zusammen.

Über allem steht der Gedanke, dass man einen Havaneser gerne um sich hat. Das gilt uneingeschränkt auch für zwei oder mehrere Havaneser. Es ist einfach traumhaft diese Wesen direkt nach dem Aufstehen begrüßen zu können und in diese großen Augen zu blicken, die nichts anderes als Liebe ausstrahlen. Hat man bereits einen Havaneser träumt man schnell von einem Spielgefährten für diesen. Die meisten Havis spielen gerne miteinander. Das kann einen als Besitzer entlasten, da man nicht mehr der Alleinunterhalter ist. Auch das Alleinebleiben, welches der Havaneser nicht besonders mag, kann(!!) sich einfacher gestalten. Dies gründet sich auch darauf, dass Hunde grundsätzlich in Familienstrukturen zusammenleben möchten und ein weiterer Hund uns einen Schritt näher zu einer artgerechten Haltung bringt. Die Hunde orientieren sich aneinander, geben einander Sicherheit, stützen sich und es gibt ihnen die Möglichkeit mit jemandem in ihrer Sprache, nämlich der Hundesprache, artgerecht zu kommunizieren. Die Menschensprache ist für sie immer eine Fremdsprache. Aus Hundesicht spricht demnach viel für einen Zweithund.

Die Argumente gegen einen zweiten Hund basieren folglich auf menschlichem Denken und Entscheidungen. Meistens jedenfalls, denn auch unter den Hunden gibt es Prinzen und Prinzessinnen, die ihr Herrchen oder Frauchen nicht gerne teilen mögen und auf einen Mitbewohner durchaus verzichten können und mit Eifersucht reagieren. Schnell kann es dann sein, dass der Ersthund darunter leidet, dass ein weiterer Hund eingezogen ist. Daher ist oberstes Kriterium erst einmal, den eigenen Hund zu analysieren. Ist er gerne mit anderen Hunden zusammen, ist er mir gegenüber sehr besitzergreifend und anhänglich usw. Ist man sich unsicher sollte man auf jeden Fall wissen was man tut, wenn sich die Hunde gar nicht verstehen und es zu wirklichen Konflikten kommt. Allerdings kommt dies nach meiner Erfahrung beim Havaneser selten vor, da er durch sein kommunikatives Wesen die Gesellschaft, auch die anderer Hunde, genießt. Ebenso individuell ist die Frage, welches Geschlecht der Zweithund haben soll. Gleichgeschlechtliche Paare bieten sich in jedem Fall dann an, wenn man nicht die Möglichkeit hat, die Hunde bei Läufigkeit der Hündin zu trennen.

Weitere Punkte der Überlegung sollten die Kosten, der Platz und die Zeit sein. Die Kosten, die unabhängig von der Anschaffung, dazu kommen sind dezidiert in den Blick zu nehmen. Tierarztkosten, Hundesteuer, Kosten für Hundefutter, Ausstattung (Mäntel etc) verdoppeln sich. Auch an Platz wird mehr gebraucht. Nicht alle Havis mögen dicht beieinander liegen und benötigen ihr eigenes Reich. Der Transport im Auto muss ebenfalls auf mehrere Hunde umgestellt werden. Der Mehrbedarf an Zeit gründet sich im Wesentlichen auf Dinge wie Pflege und Erziehung. Besonders die Pflege der Langhaarhunde ist nicht außer Acht zu lassen. Bringt man sie zum Friseur kommen wieder die Kosten ins Spiel. Des Weiteren muss mehr Zeit in die Erziehung investiert werden. Idealerweise zieht der Zweithund erst ein, wenn die grundlegende Erziehung und die emotionale Entwicklung des Ersthundes abgeschlossen ist. Dann kann sich der Zweithund gut daran orientieren und unerwünschtes Verhalten manifestiert sich nicht so schnell, wenn der Ersthund das gewünschte Verhalten vorlebt. Nichtsdestotrotz gibt es Situationen, in denen die Gruppendynamik neue Bahnen entwickelt. Dies ist zB. bei Hundebegegnungen und im Freilauf auf Spaziergängen der Fall. Hier wird die Aufsichtsführung des Halters, das vorausschauende Handeln deutlich mehr gefordert. Das Beherrschen von Deeskalationsstrategien kann zB. bei Hundebegegnungen nützlich sein. Denn das Duo oder sogar Trio wird anderen Hunden gegenüber als Rudel auftreten und sich auch so verhalten. Ebenso gestaltet sich auch das Laufen an der Straße laufen komplexer, da man zwei Individuen leiten muss. Gedanken sollte man sich auch über künftige Urlaube machen. Ist man mit dem Wohnmobil unterwegs, stellt sich höchstens wieder die Frage nach dem Platz. Nutzt man gerne Ferienhäuser oder -wohnungen muss man auch mal mit einer Absage rechnen, wenn man zwei Hunde ankündigt. Allerdings ist der Markt an hundefreundlichen Urlaubsmöglichkeiten im Aufschwung. Sogar hundefreundliche Hotels, mit tollen Angeboten für Mensch UND Hunde, gibt es zunehmend. Hier entscheidet also eher welcher Urlaubstyp man selbst ist. Die steigenden Kosten gibt es auch hier wieder zu beachten. Restaurant- oder Cafébesuche sind auch mit zwei Havanesern gut möglich. Besonders, wenn der Ersthund dieses gewohnt war, wird sich der Zweithund schnell anpassen und lernen wie man sich zu verhalten hat. Wichtig ist hier die entsprechende Vorbereitung (Taschen, Decken oä).



Beantwortet man alle diese Fragen für sich positiv, steht dem Einzug eines weiteren Familienmitglieds nichts mehr im Wege. Dann darf man sich auf das schönste „Fernsehprogramm“ freuen, was es gibt: auf dem Spaziergang miteinander tobende und rennende, spielende, kuschelnde, in Hundesprache miteinander agierende Havaneser, die zu zweit auch auf die tollsten Ideen kommen. Darüber hinaus auf doppelte Liebesbekundungen, beidhändige Streicheleinheiten, vier erwartungsvolle Knopfaugen, doppelt gewärmte Füße (für Frauen durchaus ein entscheidendes Argument) und vieles mehr. Langweilig wird es mit einem Duo auf keinen Fall.